Bild und Infomaterial zum Heiligenhäuschen

Utta Stuber

In Udenheim stand uns freundlicherweise Frau Utta Stuber zur Seite. Zum einen gab sie uns die Möglichkeit die Informationen aus der Festschrift zu nutzen, zum anderen stand Sie uns mit Rat und Tat zur Seite, da sie auch viel Allgemeinwissen zum Heiligenhäuschen beisteuern konnte.

Maria Heizmann

Lieben Dank auch an Frau Maria Heizmann von der katholischen Bartholomäus Gemeinde in Saulheim. Sie stellte das Bild rechts zur Verfügung, zu dem folgender Text gehört:

“ Zwischen B40 und Autobahn an der Abfahrt nach Udenheim steht das Heiligenhaus. Es ist ein Pilgerhaus aus dem Mittelalter (13. Jhdt.) Es steht an der Pilgerstraße nach Rom und Santiago di Compostella. Seit der Reformation stehen keine Heiligenfiguren mehr darin. Der Zerstörung in den Pfälzer Kriegen entging es wahrscheinlich dadurch, dass es bin zum Bau der Straße nach Udenheim in einer Hecke versteckt stand.

1969 hat es Herr Mussel renoviert.

1975 – im Heiligen Jahr – wurde es in seiner Bedeutung wieder entdeckt.

Am 21.09.1978 wurde es wegen des Autobahnbaus an diesen Platz gesetzt.

Neu eingeweiht wurde es am 18.05.1980.

Günther Kaul

Unser Ehren-Günther: Günther Kaul ist schon seit vielen Jahren in dem Heimatverein aktiv, hat sich durch viele historische Dokumente gelesen und kann zu fast jeder historischen Angelegenheit aus seinem großen Wissen etwas interessantes beitragen. Zu dem Heiligenhäuschen hat er sich, um mal die Perspektive zu wechseln, in das Heiligenhäuschen selbst versetzt und seine „eigene“ Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt:

Die Geschichte des Heiligenhäuschens von Saulheim

1924
Mai 1980
Maiandacht 1995 18.5.95
2026
2026

Ich stehe hier auf fremdem Boden, inmitten von Sträuchern und Hecken und Müllbehältern. Ich musste der Autobahn A63 weichen. Mein eigentlicher Standort war an der Straße von Saulheim nach Udenheim, wo ich Jahrhunderte stand und von Udenheimer Bürgern gepflegt wurde. In einer Urkunde aus dem  Udenheimer -Weisbuch von 1429 fand ich Erwähnung.  Nur einmal wurde in der Saulheimer Chronik von Jakob Decker von mir berichtet.

 „ weißt man einen Weg von Udenheim zum Heilgen Häuszelein nach Saulheim „

 Ebenso, in einem Weisbuch von Udenheim aus dem 16. Jahrh.

„  weist man Von der osterpforte  einen gemeinen weg biß zum Heyligen Häußlein nach Saulheim zu“

Auch aus dem 16. Jahrh.

„ it weist man auch ein fusspfad Von der osterpforte an durch den letzten, biß auff den Kirschenberg „

Auf einer Karte des Großherzogtums Hessen aus dem Jahre 1825, ist eine Markierung :

„B  Kirschen“ zu sehen an der Straße von Nieder- Saulheim nach Udenheim, an der Stelle wo ursprünglich das Heiligenhäuschen stand.  *

Warum musste ich von meinen Standort weichen ?

Bei einer kleinen Veränderung des Straßenverlaufs, wäre mein jahrhundertealter Platz gesichert gewesen, wo doch 600 Jahre Menschen an mir vorbei gingen, Pilger die ihr Heil suchten, Gute und Schlechte, Arme und Reiche, Diebe und Rechtschaffende, einige, die sich bekreuzigten und welche, die achtlos an mir vorbei gingen. Alle habe ich erlebt, und doch musste ich weichen. Ein Holzgestell wurde mir angelegt und festverzurrt,  mit einem Kran wurde ich auf meinen neuen Standort gebracht. Eine große Veränderung an meinem Fuße wurde noch vorgenommen, das war alles. So steh ich hier, fremd und ungeachtet, nur die zwitschernden Vögel geben mir Gesellschaft, wenn es der Autolärm der nahen Autobahn und der Landstraße zulässt.

Dank der Kirchengemeinde von Saulheim, die mich besucht und der Saulheimer Rentnerband, die für Ordnung und Sauberkeit sorgt, sieht es um mich herum, ganz passabel aus. Sonst habe ich keine Menschen, die mich groß beachten.

* Schrift Original aus dem Udenheimer-

 Weisbuch. G.K. 2026

Pfarrer Grittner

Helmut Grittner wurde am 18. April 1941 in Bad Ziegenhals (heute Głuchołazy/Polen) geboren und war als Kaplan in Mainz-Mombach und Darmstadt tätig. 1973 wurde er katholischer Pfarrer in Saulheim, wo er bis 1981 lebte und arbeitete.

Er war bei dem Umzug des Heiligenhäuschens im September 1978 dabei. Es geht die Anekdote durch Saulheim, dass Pfarrer Grittner, der sonst immer sehr zuverlässig und liebevoll seinen Dienst versah und nie einen Termin vergaß, beim Zuschauen des Umzugs des Heiligenhäuschens derart fasziniert war, dass er vergaß zu einer Beerdigung zu gehen, die er durchführen sollte.

Zum Heiligenhäuschen hatte er eine besondere Beziehung. Er traf sich dort auch regelmäßig mit Jugendgruppen der Gemeinde.